Kirche St. Dominikus in Kaufbeuren 
(1) Die Geschichte von St. Dominikus

Der Anfang:

Das Bauwerk wird in der örtlichen Tradition erstmals 1182 genannt. Damals war es die Kapelle einer daneben stehenden Pilgerherberge. Damit passt es auch gut zum Motto des diesjährigen Denkmaltages Reisen, Handel und Verkehr Das ursprüngliche Patrozinium ist unbekannt; man vermutet St. Martin. Es ist romanisches Mauerwerk erhalten; das ist jetzt aber unter dem Verputz.

Die Gotik:

In der Gotik wurden der Chor und der untere Teil des Turms angebaut; 1483 wird die Kirche neu geweiht und hat inzwischen das Patrozinium von St. Dominikus. Die Kirche gehört jetzt zum daneben stehenden Heilig-Geist-Spital, in dem die Dominikaner zeitweise gewirkt haben. Sie sehen am Spital draussen noch die romanischen Verzierungen oben an der Wand.

Der Barock:

St. Dominikus wurde 1709-49 barockisiert (die Daten stehen an der Rückwand der Kirche). Die Sakristei wurde angebaut, der Turm wurde erhöht und die Zwiebelhaube aufgesetzt. Nahezu die gesamte Ausstattung ist aus dieser Zeit.

Das 19. Jhd.:

Im Jahre 1882 wird der Abbruch der Kirche aufgrund von Baufälligkeit erwogen, jedoch wird dies zum Glück nicht umgesetzt.

Das 20. Jhd.:

Nach dem 1. Weltkrieg wurde St. Dominikus in 1920/21 restauriert und zur „Kriegs-Gedächtnis-Kirche“ umgestaltet. Dieser etwas sperrige Ausdruck ist der Originaltext. Er steht so auf dem Gedenkstein hinter dem Altar. 4 Gedenktafeln für die Gefallenen wurden an den Wänden angebracht und neue Deckenfresken gemalt (Florian Bosch, 1923). Auch der Hauptaltar wurde umgestaltet.

Weiter im 20. Jhd.:

Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Kirche 1946 den alt-katholischen Vertriebenen aus dem Sudetenland überlassen, die seither regelmässig hier Gottesdienste feiern. Von den Amerikanern wurde ein historisches Harmonium gespendet.

Weitere sehr umfangreichen Renovierungen zur Rettung der Bausubstanz wurden ab 1995 in Angriff genommen und im Jahr 2000 abgeschlossen.

Schliesslich 21. Jhd.:

2009 wurde vom Förderverein eine kleine Orgel vom Orgelbauer Peter Karhausen aus Aitrang angeschafft, um die Gottesdienste und Konzerte besser gestalten zu können.

Die Kirche gehört einer Stiftung, die von der Stadt Kaufbeuren verwaltet wird; sie ist also überkonfessionell. Von der alt-katholischen und der römisch-katholischen Kirche werden regelmässige Gottesdienste und ökumenische Gebete abgehalten. Vom Förderverein wird am Monatsende ein Konzert veranstaltet.

Förderverein St.-Dominikus-Kirche Kaufbeuren e.V.